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Breifreie Kost für das Baby

Breifreie Kost für das Baby

Breifreie Kost - wie geht das?

In letzter Zeit hört man immer öfter davon: breifreie Kost für das Baby. Breifrei ist im Grunde genommen dasselbe wie Led weaning. Es bedeutet grob gesagt, dass sich das Baby ab einem Alter von etwa 6 Monaten das selbst aussuchen darf, was es essen will. Nur: klappt das Ganze auch? Was hat es für Vorteile, was für Nachteile, wenn auf den Babybrei komplett verzichtet wird?

Fingerfood statt Brei – ein neuer Trend

Es ist tatsächlich ein ziemlich neuer Trend, der nun auch in Deutschland Zustimmung findet. Das Essen basiert darauf, dass Babys ab einem bestimmten Alter- nämlich genau gesagt dann, wenn sie die Beikostreife erreicht haben – neugierig sind auf alles Essbare. Und somit natürlich vor allem für das, was ihr als Eltern so auf dem Teller habt. Genau diese Tatsache wird sich zunutze gemacht. Man kann auch von Beikost nach Bedarf sprechen, denn natürlich wird das Baby zu Beginn, so wie immer beim Zufüttern, auch noch gestillt. Die Kleinen essen dabei von Anfang an am Familientisch mit. Es gibt aber ein paar Voraussetzungen, die dein Baby erfüllen sollte, bevor ihr mit der breifreien Ernährung bzw. mit dem Led weaning beginnt.

Welche Voraussetzungen sollte das Baby haben?

Vor allem ist es wichtig, dass dein Baby bereits selbständig sitzen kann. Auch sein Köpfchen sollte es in der Lage sein, selbständig aufrecht zu halten. Wichtig ist, dass es gezielt nach Dingen greift, denn beim Led Weaning darf sich euer Baby genau die Lebensmittel aussuchen, die es essen will – es füttert sich sozusagen selbst.

Außerdem sollte der Zungenstoßreflex bereits vorüber sein. Dieser Reflex sorgt dafür, dass das Baby, wenn es etwas in den Mund bekommt, es mit der Zunge wieder nach außen befördert. Für einen Säugling ist das wichtig, der Reflex geht aber um den 6. Monat herum verloren.

Und natürlich sollte euer Baby bereits reges Interesse am Essen und an Lebensmitteln haben und zwar nicht nur, um damit zu spielen, sondern auch, um es zu essen.

Diese ganzen Fähigkeiten erreichen Babys meistens zwischen dem 7. und dem 9. Lebensmonat. Vorher macht es also noch wenig Sinn, euren Nachwuchs am Familientisch mitessen zu lassen.

Welche Gründe gibt es überhaupt für Breifrei?

Die Befürworter von breifreier Ernährung sagen, dass das Kind evolutionär betrachtet schon immer am Familientisch mitgegessen hat – vorgekochtes oder vorgekautes, aber eben keinen Brei. Man vermutet, dass erst im 17. Jahrhundert Eltern dazu übergingen, noch weichere Babykost einzuführen und zu füttern.

Man setzt also dabei voraus, dass Babys in der Lage sind, sich ab einem gewissen Alter selbst mit Nahrung zu versorgen. Allerdings müsst ihr als Eltern die dafür notwendige Vorsorge treffen: nämlich dass ihm täglich eine abwechslungsreiche Auswahl an Nahrungsmitteln zur Verfügung steht. Dann kann die breifreie Ernährung eine vollwertige, gute und gesunde Ernährung sein.

Was kann angeboten, wenn das Baby keinen Brei bekommt?

Wenn Brei nicht auf dem Speiseplan steht, sollten es zumindest zu Beginn des Zufütterns weiche Lebensmittel sein, da euer Baby zu dem Zeitpunkt vermutlich noch nicht beißen kann. Das heißt zum Beispiel Brokkoli, Kürbis oder auch anderes weich gedünstetes Gemüse. Fast Food sollte natürlich nicht auf dem Tisch stehen, außerdem ist es wichtig, dass die Speisen ungewürzt und ungezuckert sind. Auch weiches Brot, Kartoffeln oder Nudeln kann euer Kind jetzt schon selber essen. Damit die Vitamine bestmöglich verfügbar sind, ist es wichtig, das Gemüse mit etwas Fett zu dünsten.

Abgesehen von Banane könntest du deinem Kind auch andere weiche Obstsorten wie Birne oder Melone anbieten. Wichtig ist aber immer: Es sollten wirklich ganz kleine Stücke sein.

Wie geht man am besten vor?

Du musst die Nahrungsmittel, die du deinem Baby anbietest, nicht in einer bestimmten Reihenfolge einführen. Allerdings solltest du ihm nie zu viele verschiedene Lebensmittel auf einmal anbieten, dadurch wäre es nämlich überfordert. Zwei bis drei verschiedene Dinge sind völlig ausreichend.

Auf was sollte bei der breifreien Kost verzichtet werden?

Fisch mit Gräten ist überaus gefährlich, Fleisch kann euer Kind ebenfalls noch nicht essen, sondern es allenfalls auslutschen. Beeren, harte Gemüsestücke, Nüsse oder große Nussstücke sind genau wie Erbsen tabu. Dabei ist die Gefahr des Verschluckens nämlich viel zu groß. Ansonsten gelten bei der bleifreien Ernährung die gleichen Regeln wie wenn du Brei füttern würdest: Kuhmilch besser nicht im ersten Lebensjahr, genau wie auch Honig.

Breifreie Kost: Die Vorteile

Anfänglich klingt alles sehr entspannt. Das Kind lernt das Essen in seinem eigenen Tempo und vor allem das Kaufen oder Kochen von Babybrei entfällt. Das Kind isst einfach das, was die Eltern auch essen. Ganz so easy ist es aber dann doch nicht. Viele Kinder essen gerade in der ersten Zeit nämlich pro Mahlzeit nur ziemlich wenig. Das heißt, dass sie dann zusätzlich noch mehrere Stillmahlzeiten benötigen. Mehr als es vergleichsweise bei Breikost der Fall wäre – zumindest ist das meistens so. Es kann also unter Umständen etwas länger dauern, bis alle Stillmahlzeiten ersetzt sind.

Und natürlich ist es auch ein Vorteil, dass das Kind bei dieser Methode selbst bestimmen kann, was es isst. Es erfährt die Nahrungsaufnahme anders, als wenn es klassisch mit dem Löffel gefüttert wird. Es isst vielmehr selbstbestimmt und lernt gerade dadurch auch mehr Selbständigkeit.

Ein weiterer Vorteil: Das Baby muss nicht von der Brust auf die Flasche, von der Flasche zum Brei und vom Brei auf feste Kost umgeühnt werden.

Das Kaufen oder Kochen von Brei entfällt, außerdem benötigt ihr keinen Fläschchenwärmer, wenn ihr unterwegs seid, denn euer Baby kann eine mitgenommene Kartoffel auch kalt essen. Und, das Beste: Ihr könnt als Eltern gemeinsam am Tisch sitzen und die ersten Familienmahlzeiten gemeinsam mit eurem Kind einnehmen.

Die Nachteile

Derzeit ist die Stundenlange noch etwas dünn, was die Nachteile von breifreier Babykost anbetrifft. Man ist sich derzeit noch nicht sicher, ob das Risiko einer Fehl- oder Mangelernährung möglicherweise etwas größer ist.

Außerdem machen Kinder vor allem eins, wenn sie selbst essen dürfen: Sie matschen mit den Lebensmitteln herum. Es wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit in der ersten Zeit eine ziemliche Sauerei geben, wenn euer Baby zum ersten Mal selber essen darf. Mit dem Löffel ist dies aber keineswegs zwingend besser, ganz im Gegenteil. Auch dann nämlich landet ein Teil des Breis dort, wo er nicht hingehört: auf dem Boden, in den Haaren und auf dem Tisch.

Zudem gibt es immer auch eine gewisse Erstickungsgefahr. Allerdings ist dieses Risiko zu vernachlässigen, wenn ihr als Eltern immer beim Essen dabei seid. Ihr bemerkt es dann sofort, wenn euer Baby sich verschluckt. Im Normalfall beginnt es dann zu husten und zu würgen und das Lebensmittel-Stückchen kommt wieder hervor. Alleine lassen dürft ihr es beim Essen selbstverständlich noch lange nicht!

Fazit

Breifreie Ernährung klingt zwar zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber durchaus machbar und hat auch ihre Vorteile. Babys lernen ungemein schnell und wenn sie sich am Anfang noch etwas ungeschickt anstellen, klappt es nach wenigen Tagen meistens schon besser. In einem Hochstuhl und mit einem Lätzchen bewappnet klappt es mit dem selber Essen am besten.

Wartet aber unbedingt so lange, bis euer Baby auch wirklich die oben genannten Beikostreifezeichen zeigt.

Und lasst eurem Baby beim Essen ausreichend Zeit. Es will die Lebensmittel nämlich ausgiebig erkunden, mit der Hand und dann nochmal im Mund. Wie fühlt sich das Lebensmittel an, wenn ich es berühre und wie fühlt es sich im Mund an? Wie kann ich es mit der Zunge am besten zerdrücken, so dass ich es schlucken kann? All das braucht sein Zeit. Und bedenkt, dass es auch bei der Essensaufnahme Entwicklungsphasen und Entwicklungsschübe gibt.

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