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Langzeitstillen - ist das gut für das Baby

Langzeitstillen - ist das gut für das Baby

Langzeitstillen - ist das gut fürs Baby?

Wie viele Themen rund ums Baby, so erhitzt auch das Thema Langzeitstillen die Gemüter. „Das kann man doch nicht machen!“ „Das ist doch nicht normal“ – so oder so ähnlich lauten die Vorwürfe, die Mütter, die länger als ein Jahr stillen sich oftmals anhören müssen. Aber warum eigentlich? Warum hat der Mensch offensichtlich ein Problem damit, wenn Mütter ihre Babys überdurchschnittlich lang stillen?

Normale Stilldauer – wie lang?

Was normal ist und was nicht, lässt sich nur schwer definieren. Wer schreibt das vor, wer legt das fest? Auch wenn viele Menschen es befremdlich oder gar unnormal finden, wenn ein 2 oder 3 Jahre altes Kind noch an der Brust der Mutter nuckelt – die Evolutionsgeschichte gibt ihnen Recht, den Langzeit Stillmüttern. Denn in den meisten Kulturen wird und wurde schon immer sehr lange gestillt. Der Durchschnitt, so kann man errechnen, liegt, wenn man alle Kulturen zugrunde legt, beim Menschen etwa bei 30 Monaten. Das ist tatsächlich ziemlich lang und mag den einen oder anderen vielleicht auch erstaunen. Sogar die Funde der Archäologie können diese Annahme untermauern. An Knochenfunden kann man nämlich herleiten, wie lange Kinder gestillt wurden. Und sogar in der Bibel gibt es vereinzelt Hinweise darauf, dass die Kinder der Hebräer bis zu einem Alter von etwa 3 Jahren von ihrer Mutter gestillt wurden.

Ziemlich lange wurde dies übrigens auch genau so praktiziert, irgendwann jedoch ist es ganz offensichtlich aus verschiedenen Gründen von der Bildfläche verschwunden. Vielleicht deswegen, weil Mütter in der westlichen Welt wieder arbeiten gehen, vielleicht aber auch, weil es die Großfamilie nicht mehr so gibt wie früher und deswegen Wissen rund um Babyerziehung nicht mehr einfach so von Generation zu Generation weitergegeben wird. Alles wird vereinfacht, beschleunigt und dann sind da ja auch noch die Babymilch und -Breihersteller, die um die Gunst der Mütter buhlen.

Langes Stillen ist also, wenn man es genau nimmt, ein ganz normales, ja sogar typisches Verhalten des Menschen und somit keinesfalls abwegig oder gar abnormal.

Warum ist die Stilldauer in verschiedenen Kulturen so unterschiedlich lang?

Im Tierreich wird ein Säugling genau dann abgestillt, wenn er reif genug ist, um für sich selbst ausreichend Nahrung beschaffen zu können. Das ist in der Form natürlich nicht auf den Menschen übertragbar. Kleinkinder müssen erstmals noch jahrelang von ihrer Mutter mit Nahrung versorgt werden, wenn sie denn abgestillt sind. Dennoch fand man heraus, dass dies gar nicht zwingend Babynahrung oder Brei sein muss. Bei Urvölkern kauten die Mütter früher ihren Kindern die Nahrung einfach weich, bevor sie sie verfütterten. Babys kommen also mit zerkleinerter Nahrung für Erwachsene ebenso gut klar.

Woran liegt es also, dass manche Völker sehr lange und andere nur so kurz stillen? Es sind vor allem die Arbeitsbedingungen der Frauen, die einen Einfluss auf die Stilldauer haben. In den Kulturen, in denen die Mütter ihre Kinder sehr lange bei sich haben und zum Arbeiten mitnehmen, wird demzufolge auch lange gestillt - bis zu vier Jahren ist da keine Ausnahme.

Langzeitstillen – soll ich oder soll ich nicht?

Ob du nun dein Kind lange Zeit stillst oder nicht, ist eine ganz individuelle Entscheidung, in die dir keiner reinreden sollte. Die Frage ist vor allem: Wie fühlst du dich damit wohl? Wie fühlt sich dein Kind dabei? Mag es die Brust überhaupt noch oder lehnt es sie vielleicht schon ab? Was sagt dein Partner dazu, wie lässt es sich mit deinem Job oder deinem Tagesablauf vereinbaren?

Was eindeutig für das Langzeitstillen spricht

Seltsam ist es dann aber doch, dass in unserer Gesellschaft einerseits längst bekannt ist, dass Stillen die natürlichste und gesündeste Sache der Welt ist. Tut die Mutter dies aber über einen bestimmten, gesellschaftlich offensichtlich akzeptierten Rahmen von einem Jahr hinaus auch noch weiter, wächst die Kritik. Seltsam eigentlich, oder nicht? Stattdessen wird das Kind einfach mit der Milch eines anderen Säugetiers weitergefüttert, nämlich mit der der Kuh - im Glauben, dies sei gesund.  Ernsthaft? Milch von der Kuh, die diese für ihren Nachwuchs, also für ein Kalb gibt, soll besser für das Baby sein als die Milch, die seine eigene Mutter gibt? Das ist schon ein wenig paradox, wenn man es sich genau überlegt.

Viele sind gar der Meinung, dass das Kind verwöhnt wird, wenn es immer „freien Zugang“ zur Brust hat. Manche sehen das Stillen sogar als eine Art sexuellen Akt an, was natürlich völliger Blödsinn ist. Das führt sogar so weit, dass Stillen - eigentlich die natürlichste Sache der Welt, nämlich ein Baby bei der Nahrungsaufnahme – in vielen Ländern noch heute in der Öffentlichkeit verpönt ist.

Es ist ganz eindeutig so, dass die Natur die Milch der Mutter für das Baby vorgesehen hat. Und das ist gut so. Deswegen spricht auch nichts dagegen, das Baby noch länger als ein Jahr zu stillen, sofern das für Mutter und Baby okay ist.

Der Druck von außen

Leider macht vielen Müttern der Druck von außen zu schaffen. Was eigentlich normal sein sollte, wird als unnormal dargestellt. Das liegt aber auch daran, dass wir so geprägt wurden. In unserer Gesellschaft empfinden wir es demnach als „normal“, ein Kind ein halbes Jahr lang zu stillen. Im Kindergartenalter sieht das aber ganz anders aus - da empfinden viele beim Gedanken daran Abscheu. Warum? Weil wir durch unsere Kultur einfach genau so geprägt wurden. Vor immerhin erst 40 Jahren war Stillen schon so unmodern, dass die Kinder oft keine Wochen lang gestillt wurden.

Wie man sieht: die Zeiten ändern sich. Heute ist es schließlich auch ganz normal, dass junge Väter einen Kinderwagen vor sich herschieben, was vor ein paar Jahrzehnten ebenfalls noch fast unvorstellbar war. Insofern ist es gut denkbar, dass Langzeitstillen in wenigen Jahrzehnten deutlich mehr gesellschaftliche Akzeptanz erfährt als jetzt.

Es gibt also keine Antwort auf die Frage, wie lange ein Kind im Idealfall gestillt werden sollte. Die Ansichten darüber sind von Kultur zu Kultur unterschiedlich. Viele Mütter fühlen sich bei dem Gedanken daran, ein Kindergartenkind noch zu stillen, nicht wohl.

Trotzdem steht fest: Langzeitstillen war evolutionär betrachtet die perfekte Lösung und für Kinder bis hin ins Kleinkindalter keine Ausnahme, sondern die Regel. Muttermilch ist nicht nur ein super Nährstofflieferant, sondern auch eine tolle Möglichkeit, um etwaige Lebensmittelknappheit oder Versorgungsengpässe gut überstehen zu können. Phasen, in denen der Mensch nicht ausreichend zu essen fand, gab es nämlich in der Geschichte der Menschheit schon immer. Wenn das Kleinkind dann in dieser Zeit praktischerweise mit Milch versorgt werden kann, umso besser. Die Natur hat sich also durchaus etwas dabei gedacht.

Allerdings ist nicht sicher geklärt, ob ein sehr langes Stillen auch heute noch gesundheitliche Vorteile für das Kind mit sich bringt Ode nicht. Bis zu 12 Monaten jedoch steht außer Frage: Stillen stärkt das Imunsystem und ist für das Baby die gesündeste Nahrung.

Alles, was darüber hinausgeht, kannst du ganz individuell entschieden – ohne dich dabei von irgendjemand anderem beeinflussen zu lassen. Unnormal ist Langzeitstillen also keinesfalls, ganz im Gegenteil. Lass dich nicht verunsichern und mach das, was dir und deinem Baby am besten tut und gefällt.

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